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[#095] Widerrede - Eine Challenge-Kurzgeschichte

Hallo Zusammen,


ich wurde von @charlies_fantasystories und @klee.schreibt zur #widerrede Challenge von @jack.sandman_autor nominiert. Von der lieben Charlie sogar schon zweimal und da ich beide Sätze noch offen habe, habe ich sie in einem Text kombiniert. Hat auch ganz gut zusammengespasst


Die erste Satz ist „Ist das dein Gesicht oder eine Maske?“ und der aktuelle "Vertraust du mir?"




Vertraust du mir?

Obwohl wir gerade noch zusammen gelacht haben, verändert sich ihr Blick aufeinmal. Ein trauriger Schimmer legt sich über ihre Augen und sie fragt mich: „Ist das dein Gesicht oder eine Maske?“

Verwirrt sehe ich sie an. "Was?"

"Ich frag mich nur ... ich weiß so viel über dich, aber wirklich kennen tu ich dich nicht."

Ich schweige, fühle mich ertappt aber auch unfähig mich zu erklären.

"Wir sind Freunde, also warum ...?" Sie beendet den Satz nicht, aber ich verstehe sie auch so. Doch auch jetzt kann ich ihr keine Antwort darauf geben.

Sie steht auf, wirft mir einen enttäuschten Blick zu und wendet sich zum gehen.

"Vertraust du mir?", flüstere ich und starre meine Hände an.

Ich kann hören, dass sie stehen bleibt.

"Natürlich tue ich das."

"Weshalb?"

Sie kommt zurück und setzt sich neben mich, nimmt eine meiner Hände und verschränkt unsere Finger.

"Weil wir Freunde sind."

"Das reicht dir bereits um mir zu vertrauen?"

"Ich wüsste nicht was ich mehr brauche." Sie lächelt und ich spüre die Wärme die von ihr ausgeht.

"Mir reicht es nicht. Dafür haben mich schon zu viele, die sich als Freund getarnt haben, verlassen."

"Aber ich bleibe."

"Das habe ich schon mal gehört."

Sie verstärkt den Druck auf meine Hand und sieht mir tief in die Augen. "Ich bleibe!"

Ich zeige ihr ein lächeln und deute ein nicken an. Es reicht um sie glücklich zu machen. Doch in meinem Inneren erwacht dadurch ein Schatten. Ein Monster, dass nun anfängt herumzutigern und mit jedem Schritt die Furcht in mir zu schüren, nur um sie am Ende wie eine Delikatesse zu verschlingen. Es flüstert mir zu, dass sie mich, genau wie alle anderen auch, verlassen wird. Es flüstert, dass ich das nur verhindern kann, indem ich sie zu erst verlasse.

Und obwohl ich alles tue um das Monster zu ignorieren, weiß ich bereits jetzt, dass es am Ende gewinnt. Mein verletztes und verkümmertes Ich wird es sein, das die Hand wegschlägt, die sie mir gereicht hat. Dennoch lächel ich weiter und wünsche mir sehnlichst, dass sie bleibt.



Euer Jerry

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