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[#079] Passenger Promt - Auszug aus 'Space Bee'

Hallo Zusammen,


ich wurde vor einer Weile von der lieben @beccycharlatan zum #promptswednesday von ihr und @lunaday_autorin nominiert.

Und endlich schaffe ich es meinen Senf dazu zu geben :D Etwas spät, aber was solls!

Vorgegeben war der Promt "Passengers: Du bist seit einem Jahr als Einziger wach, wie sieht dein Alltag aus?"


Auszug aus "Space Bee"

Abwesend gleitet ihr Blick über die Schönheit der Galaxie. Abertausende Sterne, Asteroiden und Nebel ziehen an ihr vorbei, wie Bäume und Büsche auf der Autobahn. Nur einige Millionenmal schneller.

Das Einzige was sich immer noch langsam zu bewegen scheint, ist die Zeit selbst. Ein Jahr kam Terra auf der Erde immer viel zu kurz vor. Es hat kaum angefangen, da war es auch schon wieder vorbei. Doch hier, abgeschnitten von Raum und Zeit, fühlt sie sich, als würde sie in Zeitlupe fallen. Immer tiefer und doch kommt der Boden nie näher. Ein endloser Albtraum, der sie mit seinen Klauen fest im Griff hat.

Schon seit Stunden sitzt Terra bewegungslos auf dem Boden vor dem großen Sichtfenster. Sie wartet. Im Hintergrund vernimmt sie das konstante Ticken der Küchenuhr. Auch ohne hinzusehen, weiß sie ganz genau wie spät es ist. Sie zählt jede Sekunde mit. Es ist 23:59:13 Uhr und in wenigen Sekunden beginnt er - der letzte Tag. In wenigen Stunden erreicht die Meravella das einprogrammierte Ziel am äußersten Ende der Oortschen Wolke und dann wird Ore den Rest der Crew aufwecken können.

Bei dem Gedanken daran, dass sie es fast geschafft hat rinnt Terra eine Träne über die Wange. Sie freut sich darauf die anderen endlich kennenzulernen, endlich wieder Gesellschaft zu haben und vor allem darüber, nicht mehr alleine zu sein.

Ein Summen schafft es ihre Aufmerksamkeit zu erringen und ein leichtes Lächeln legt sich auf ihre Lippen. Die Augen erreicht es jedoch schon lange nicht mehr. Terra betrachtet das kleine Tier, das sich leichtfüßig auf ihrem Knie niederlässt. Die blaue Fellfarbe glänzt bei jeder Bewegung und die zarten Flügel glitzern im Angesicht des Universums. Bee ist der Grund für ihr Leid.

Dennoch wurde jede Minute, jede Stunde und jeder Tag, durch die kleine Holzbiene leichter zu ertragen. Wenn auch nur gerade so, um nicht völlig zu verzweifeln.

Die letzten zehn Sekunden zählt sie flüsternd mit. "... sieben, acht, neun, zehn." Eine weitere Träne löst sich und Terra lehnt ihren Kopf erschöpft gegen die kühle Scheibe.

Sie schließt ihre Augen und atmet zittrig ein. Dabei entkommt ihr ein Schluchzen, das Terra nicht länger zurück halten kann. Schmerzhaft zieht sich ihr Herz zusammen und sie hat das Gefühl die Kälte der Kryokapsel wieder auf ihrer Haut zu spüren. Die Augen öffnend, erblickt sie sich selbst und zum ersten Mal seit einem Jahr, lässt sie es zu, dass sich die Hoffnung in ihr breit macht.


Die Story habe ich tatsächlich nicht extra für diese Challenge geschrieben. Sie ist aus meinem Projekt "Space Bee", denn dort muss die Protagonistin genau mit solch einer Situation umgehen. Einzig die KI des Space Shuttles und eine Biene leisten ihr dabei Gesellschaft, während der Rest der Mannschaft im Kryoschlaf liegt.

Und nicht wundern, es klingt zwar sehr nach Ende, aber damit fängt die Geschichte erst so richtig an!


Ich hoffe es gefällt euch und konnte der Nominierung gerecht werden ;)


Wie ich persönlich in so ner Situation agieren würde weiß ich nicht. Auch nicht, ob ich überhaupt so lange durchstehen könnte. Und wenn möglich, würd ichs gar nicht erst ausprobieren xD Wie ist das bei euch?


Da die Challenge schon rum ist und längst eine neue Runde angefangen hat, nominiere ich jetzt keinen. Aber wer Bock hat kann ja trotzdem mitmachen oder sich den neuen Promt gönnen.


Euer Jerry

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